Bei der Beleuchtung geht es nicht einfach um Licht.
Die Beleuchtung wird in Terrarien oft vernachlässigt, sie ist aber nicht zu unterschätzen. Durch falsche Beleuchtung können eure Teire krank werden (kein UV verursacht Knochenschäden, z.B. Rachitis).
Bitte auf keinen Fall mit Keramikstrahlern arbeiten. Die Infrarotstrahlung dringt in den Körper ein und erweicht die Knochen.
Um euren Lieblingen den optimalen Lebensraum zu simulieren muss man 3 Aspekte berücksichtigen:
1. Helligkeit
Die Helligkeit erreicht man am besten mit Leuchtstoffröhren. Es gibt da im Wesentlichen 2 verschiedene Bauformen. Die T8 (8/8 Zoll Durchmesser, also 26mm) und die T5 (5/8 Zoll, also 16mm). Die T5 ist eine Weiterentwicklung und eignet sich besser. Ich erkläre hier die Bedeutung der Zahlen einer solchen Röhre:
Die erste Zahl steht für die Ra-Zahl (Ra10 entspricht 100% der Qualität des Sonnenlichtes).
Eine T5 mit der Kennzahl 9xx erreicht also über 90% der Qualität des Tageslichts, Leuchten mit der Kennzahl 8xx zwischen 80 und 89%.
Die zweite und dritte Zahl stehen für die Farbtemperatur (bei 860 die 60, bei 880 die 80...).
60 entspricht also 6000 Kelvin
80 8000 Kelvin
65 6500 Kelvin
.
Zwischen 5500 und 6500 sind optimal für Bartagamenterrarien!
Zum Farbspektrum:
Hier gibt es allerhand Angaben. Ich habe die Skala und die Tabelle von Wikipedia kopiert. Woanders steht, dass 3000k rot wäre und 9000k violett...
Hier noch eine Tabelle dazu:
Kerze 1.500 K
Glühlampe (40 W) 2.680 K
Glühlampe (100 W) 2.800 K
Glühlampe (200 W) 3.000 K
Halogenlampe, Leuchtstoffröhre (Warmweiß) 3.000 K
Fotolampe Typ B, Halogenglühlampe 3.200 K
Fotolampe Typ A bzw. S, Spätabendsonne kurz vor Dämmerungsbeginn 3.400 K
Leuchtstoffröhre (Kaltweiß) 4.000 K
Xenon-Lampe, Lichtbogen 4.500-5.000 K
Morgensonne-/Abendsonne, D50-Lampe (Druckerei) 5.000 K
Vormittags-/Nachmittagsonne 5.500 K
Elektronenblitzgerät 5.500-5.600 K
Mittagssonne, Bewölkung 5.500-5.800 K
Tageslichtlampe 5.600-7.000 K
Bedeckter Himmel 6.500-7.500 K
Nebel, starker Dunst 7.500-8.500 K
Blauer Himmel (z. B. im Schatten) bzw. kurz nach Sonnenuntergang
und kurz vor Sonnenaufgang, Blaue Stunde 9.000-12.000 K
Klares blaues, nördliches Himmelslicht 15.000-27.000 K
Als letzten sind die Leistungsklassen zu erwähnen:
HO und HE
HO steht für High Output und HE für High Efficiency
HO und HE unterscheiden sich im Lichtstrom.
Der Lichtstrom wird im Lumen gemessen.
Ich möchte das hier jetzt nicht mehr allzu korrekt erklären, weil es sonst zu theoretisch wird.
Man muss aber dazu sagen, dass wir (Menschen) am besten Licht mit einer Wellenlänge von ca. 550nm sehen können.
Es gibt nun Röhren, die speziell auf dieses Spektrum abgestimmt sind und die anderen Fabrtöne (gelb, blau und rot) vernachlässigen.
Eine Vollspektrumröhre mit einem geringeren Lichtstromwert ist aber "besser" als eine hellere Leuchte, die aufs menschliche Auge optimiert wurde.
Es gilt aber je mehr Lumen, desto heller (bei gleichem Spektrum).
Die HO "schafft" ca. 4000 Lumen, die HE ca 2500 Lumen.
Hier noch ein kurzer Vergleich der beiden Leistungsklassen:
55cm:
HO 24w, HE 14w
85cm:
HO 39w, HE 21w
115cm:
HO 54w, HE 28w
145cm:
HO 80w, HE 35w
Zusammenfassend würde ich also T5 zwischen 955 und 965 HO kaufen.
2. Wärme
Mit der Abwärme von Halogenspots erreicht man die gewünschte Temperatur im Terrarium. Unter den Spots (also an den Sonnenplätzen) sollte es ca 50 Grad warm werden. Hier werden sich die Tiere später am liebsten aufhalten. Man kann mit den Spots also gut beeinflussen, wo die Tiere später liegen sollen! Im Mittel sollte das Terrarium knapp unter 35 Grad liegen, an den kältesten Stellen nicht unter 25 Grad!
3. UV-Strahlung
Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gibt Strahler, die einen UV Anteil haben und auch Leuchtstoffröhren, die UV emittieren. Allerdings lässt bei den Röhren der UV Anteil schnell nach. Sie müssen ale 6 Monate gewechselt werden. Als Non plus ultra hat sich die Osram Vitalux (bzw die baugleiche Radium Sanolux) erwiesen. Eine halbe Stunde reicht am Tag aus, um den Tieren die benötigte Menge UV zu geben. Bitte beachtet hierbei, dass die Lampe ca 1 Meter von den Tieren entfernt sein sollte. Wenn das nicht geht, weil das Terra zu klein ist sollte man die Tiere täglich rausnehmen und in einem Karton bestrahlen. Ein knapp geringerer Abstand ist aber auch kein Beinbruch. Verringert die Dauer einfach dementsprechend!